Montag, 31. März 2008

Zugabe, 31.03.2008

Europa ist 50: so heißt eine informative und anschauliche Ausstellung des Auswärtigen Amtes der Bundesrepublik Deutschland. Veranstalter sind der Kreis und die StädteRegion Aachen in Zusammenarbeit mit der Stadt, der Stiftung Internationaler Karlspreis zu Aachen und dem Europe Direct Informationsbüro Aachen. Die Römischen Verträge werden 50 Jahre alt - und damit feiert auch die Europäische Union Geburtstag. Die Wanderausstellung blickt auf diesen europäischen Einigungsprozess zurück. Im Kreishaus Aachen, Zollernstraße 10, zu den normalen Öffnungszeiten; geführte Besichtigungen gibt es täglich um 11 Uhr und 15.30 Uhr statt. Die Ausstellung läuft bis zum 2. Mai.

Musikalisch könnt Ihr Euch heute in der Raststätte berieseln lassen und zwar auf die schwedische Art mit „The Horror The Horror“. Die 5 schwedischen Jungs, deren Erstlingswerk im Jahre 2006 für äußerst begeisterte Kritikerstimmen sorgte, haben hart in den Stockholmer „Fashionpolice Studios“ gearbeitet und mit "Wired Boy Child" ein wundervolles zweites Album hingelegt. Heute um 20:00 in der Raststätte

Oder Ihr geht auf “Hexenjagd”. So heißt das Drama von Arthur Miller, das das Grenzlandtheater heute Abend aufführt. Eines Nachts entdeckt Pastor Parris, wie seine halbwüchsige Tochter Betty, seine Nichte Abigail und andere junge Mädchen zusammen mit der Sklavin Tituba im Wald zu fremdartiger Musik seltsame Tänze aufführen. Aus Angst vor Strafe flüchtet sich Betty in eine Ohnmacht, aus der sie am nächsten Morgen immer noch nicht aufzuwachen scheint. Schnell spricht sich in Salem herum, dass es im Hause Parris nicht mit rechten Dingen zugeht und es kursiert das Gerücht der Hexerei. Als auf Bitte des Pastors dann der Hexenspezialist Pastor Hale erscheint, bricht in der Kleinstadt ein regelrechter Hexenwahn aus. Entstanden unter dem Eindruck der spektakulären Untersuchungstätigkeit wegen „antiamerikanischer Umtriebe” unter Senator McCarthy, hat Arthur Miller hier das Modell einer ideologischen Massenhysterie auf die Bühne gebracht, das die Folgen für eine Gesellschaft aufzeigt, die, dominiert von Moral, Tabus, Zwängen und Schuldbewusstsein, alles von der Norm Abweichende erstickt. Heute um 20:00 im Grenzlandtheater. Die 5 schwedischen Jungs, deren Erstlingswerk im Jahre 2006 für äußerst begeisterte Kritikerstimmen sorgte, haben hart in den Stockholmer „Fashionpolice Studios“ gearbeitet und mit "Wired Boy Child" ein wundervolles ...
mehr

Noch mehr Theater im DAS DA Theater mit "Der Beweis" von David Auburn An Ihrem 27. Geburtstag bricht über Catherine ein emotionales Gewitter herein: Der Tod ihres Vaters, eines brillanten, aber in geistige Umnachtung gefallenen Mathematikprofessors, die Begegnung mit dessen Studenten Hal und die Ankunft ihrer beruflich erfolgreichen Schwester Claire aus New York. Während diese damit beginnt, sich um den Nachlass ihres Vaters zu kümmern, muss sich Catherine ihren eigenen Ängsten und Emotionen stellen. Als Hal in den Notizbüchern des Professors einen unglaublichen und sensationellen Beweis entdeckt, behauptet Catherine, dass die Aufzeichnungen von ihr stammen. Hat Catherine wirklich die Genialität ihres Vaters geerbt oder womöglich dessen Krankheit? Was Genie ist oder Wahnsinn, wird plötzlich zu einer undefinierbaren Variablen, und den Vertrauens- und Liebesverhältnissen ist mit Zahlenlogik nicht mehr beizukommen. Der Beweis erhielt alle wichtigen US-amerikanischen Theaterpreise, darunter den Pulitzer-Preis 2001 für Theater. Am Donnerstag um 20:30 im DAS DA Theater .

Und dann gibt es am Wochenende noch etwas ganz besonderes. Ein Fest für Herbert, anlässlich des 100. Geburtstages von Herbert von Karajan. Am 5. April 1908 wurde Herbert von Karajan in Salzburg geboren, 1935 wurde er zum Generalmusikdirektor in Aachen ernannt und gehörte bald zu den ganz großen Dirigenten des 20. Jahrhunderts. Die Stadt Aachen veranstaltet daher am Samstag sozusgagen ein Fest mit Veranstaltungen in der ganzen Stadt, mit dem wir an verschiedenen Orten der Stadt an Karajan und sein Wirken in Aachen erinnern: im Theater, in Kirchen, in Passagen und an vielen anderen Stellen. Mit Konzerten, Lesungen, einer Zeitzeugen-Talkshow, einer Cocktail-Party zum Ausklang und vielem mehr.

Wortsalat, Montag 31.03.2008

Weil sich ab jetzt im Rahmen des Karlspreises alles um Europa dreht, ein Tipp sich mit einem europäischen Nachbarn uns seinem charismatischen und natürlich nicht unumstrittenen Präsidenten zu beschäftigen: Frankreich. Da reibt man sich ja manchmal schon die Äuglein; Herr Sarkozy macht im Moment ja eher Schlagzeilen wegen seiner neuen Frau, Carla Bruni. Die Erfolgsautorin Yasmina Reza hat Sarkozy begleitet, seit er damals noch Präsidentschaftskandidat war. Yasmina Reza ist bekannt durch „Kunst“ und „Der Gott des Gemetzels“. Als sie sich im Mai 2006 entschloss, Sarkozy ein Jahr lang in dessen Wahlkampftross zu folgen, wurde sie gewarnt und kritisiert. «Die Leute hatten Angst, dass ich zum Groupie werde und meine literarische Unabhängigkeit verliere», sagte Reza am Sonntag in Berlin bei der Vorstellung der deutschen Übersetzung ihres Buchs «Frühmorgens abends oder nachts». Doch sie sei kein Handlanger des Politikers geworden, beteuert Reza auf der Bühne des Berliner Ensembles. Als sie ihre Recherchen begann, hätten die Sarkozy-Berater sie nach anfänglicher Skepsis willkommengeheißen. «Seine Mitarbeiter haben mir gesagt, es ist gut, dass du da bist. Er versucht nun geistreich zu sein und belesen zu wirken.» Doch im Laufe des Wahlkampfes habe Sarkozy diese Maske abgelegt. «Ich konnte einen natürlichen Menschen beobachten», meint Reza. Später sagt die Autorin, ihr Buch habe mit dem Medienrummel um Sarkozy nichts zu tun, sei vielmehr «ein Gegenentwurf». «Es ist ein Buch über die Zeit, die Zeit auszuhalten und die Zeit zu bewohnen und über die Ungeduld.» In dem reportageähnlichen Buch widmet sie sich besonders Sarkozys Leben außerhalb des Rampenlichts. Als Prahlhans und geltungsbedürftiger Klassenprimus bekommt er sein Fett weg. Andererseits spricht sie mit Anerkennung und schließlich gar mit Bewunderung von seinem rhetorischen Geschick, seinem Intellekt und Schauspielertalent. Yasmina Reza „Frühmorgens abends oder nachts“, Verlag: Hanser Belletristik, 208 Seiten, 17,90 Euro

Dienstag, 11. März 2008

Charlotte Roche "Feuchtgebiete"



Charlotte Roche, Heroin des deutschen Musikfernsehens (RIP), hat ein Buch geschrieben, das zur Zeit die Geister erhitzt und sämtliche Feuilletons beschäftigt. »Feuchtgebiete« ist vieles auf einmal: Gescheiterter Roman, gelungene Provokation und denkenswerte Auseinandersetzung mit Körperpolitiken in der Zeit eines »Neuen Feminismus«.

Alexander Vieß im Kulturschock zu Charlotte Roches Debüt-Roman »Feuchtgebiete«, Analfissuren und Provokation als Stilmittel: http://hochschulradio-aachen.de/node/757