Mittwoch, 11. Februar 2009

20.02.2009: Ludenball im Jakobshof - Karneval mal anders

Ludenball ist das Motto dieses in Rotlicht und Flitter getauchten Abends im Jakobshof. Die Leckerbissen wird man hier nicht nur am üppigen Buffet finden. Auch musikalisch regiert der pure Luxus. Der Hauptakt Rogall aus Berlin (hat Micatone produziert ist mit Jazzanova getourt. Seine Electric Circus Sideshow wird gerade bei den angesagten Stationen der Republik rauf und runter gespielt) Er ist der schillernde Star, des elektrifizierten Chanson.

Für weiteres Ohrensausen sorgen Jo Funk aus Belgien, Brikic & HANZ HIFI (Pink Lenin, Funkyporn) & Der MIKE. Resident im Aoxo. Schräger kann man Karneval nicht feiern.

Montag, 9. Februar 2009

Buchtipp

«Die Frauen» von T.C. Boyle

In seinem jüngsten Buch «Die Frauen» nimmt der amerikanische Bestsellerautor den legendären Architekten Frank Lloyd Wright aufs Korn.In einem Flechtwerk aus biografischen Fakten und der eigenen Imagination entblößt er Wright als Narziss, der Frauen braucht und verbraucht, hochbegabte Studenten auf seinem Anwesen Taliesin im ländlichen Wisconsin als Küchenhelfer einsetzt, die Wünsche von Auftraggebern ignoriert und überall in der Kreide steht. «Die Frauen» ist ein packender Roman, das faszinierende Porträt eines großen Künstlers, ein eindrucksvolles Gesellschaftsbild des bigotten Amerika im frühen 20. Jahrhundert, das Ehebruch als Straftat verfolgte und den Star-Architekten Frank Lloyd Wright auf Wochen und Monate zum Untertauchen zwang. Ein Amerika, das einer drogensüchtigen und von Rachsucht getriebenen Ehefrau ebenso lange Recht gab. Vor allem aber ist Thomas Coraghessan (T.C.) Boyles Neuling mit seiner exquisiten, messerscharfen und bildreichen Sprache purer Lesegenuss.

T. C. Boyle. Die Frauen. Carl Hanser Verlag, München. Aus dem Amerikanischen von Kathrin Razum und Dirk von Gunsteren, 556 Seiten, Euro 24,90, ISBN-13-978-3-4462-3269-3

Kulturtipps

Dienstag, 10. Februar

Konzert ohne Frack - Charly Chaplin "Der Zirkus"
Das ist ein Sahneschnittchen. Das Sinfonieorchester Aachen vertont live Charly Chaplins wohl witzigsten Stummfilm "Der Zirkus".

"Auf der Flucht vor der Polizei versteckt sich der Tramp in einem Zirkus. Dort wird er zuerst als Aushilfe angestellt, doch nachdem er unglücklicherweise in eine Vorstellung platzt und das Publikum zum Lachen bringt, wird er als Clown engagiert. Aber der Tramp kann nicht auf Befehl lustig sein. Bevor der Zirkus seine Wagen packt und weiterzieht, versucht sich Charlie an einer Hochseilnummer, schließt Bekanntschaft mit einem Löwen und rettet die Tochter des Zirkusdirektors. Chaplins 1928 entstandener Stummfilm ist der wohl witzigste Film des genialen Darstellers und Regisseurs, ein Meisterwerk, voll von groteskem Scharfsinn, köstlichen Einfällen und klaren, scharfen Bildern, zu dem Chaplin selbst 1969 die Filmmusik komponierte." [Theater Aachen]

Stummfilmkonzert mit Charlie Chaplins »Der Zirkus«
Charlie Chaplin »Der Zirkus« (»The Circus«).
Stummfilm mit der Musik von Charlie Chaplin (rekonstruiert von Timothy Brock).

20:00 Theater Aachen - Bühne
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Mittwoch, 11. Februar

Jam Session im Malteserkeller
An jedem Mittwoch gibt es ab 20 Uhr Jazz vom Plattenteller zur Einstimmung. Um 21 Uhr startet die Eröffnungsbesetzung des Abends mit Livejazz und etwa ab 22 Uhr beginnt dann der Livejam mit Jazzstandards und Artverwandtem und endet ohne Abbruch erst, wenn der letzte Ton gespielt worden ist...
Heute am Start: Trip to Korea
Moritz von Kleist - Sax | Ho-Shin Ahn - Gitarre | Roman Wollenhaupt - Bass | Song-Won Hwang - Drums

21:00 im Malteserkeller
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Donnerstag, 12. Februar

Heute könnte man mal das Internationale Zeitungsmuseum Aachen besuchen. Dort könnt Ihr zur Zeit die Ausstellung "Zeitenwende" sehen.
Vergangenheit und Zukunft des IZM
begegnen sich. Großes wirft bekanntlich seine Schatten voraus. Das gilt jetzt besonders für das
Zeitungsmuseum. Im Rahmen der Route Charlemagne erhalten das "Große Haus von Aachen" und das dortige Museum ein neues Gesicht. Dass dies nicht ohne größere Umbaumaßnahmen möglich ist, versteht sich von selbst. Das Museumsteam bereitet sich zur Zeit auf den Umzug von Archiv und Büros in das Übergangsquartier im "Haus Löwenstein" vor. Bevor die Mitarbeiter sich vom alten Museum verabschieden und zum vorerst letzten Mal das große Eingangstor schließen, wird während der verbleibenden Wochen in einer kleinen
Sonderausstellung eine Begegnung zwischen Alt und Neu präsentiert: Das Museum läßt die
Vergangenheit Revue passieren, indem an einige Ausstellungen und Veranstaltungen erinnert wird, die zugleich auf die Vielseitigkeit des IZM hinweisen.

09.30 - 17.00 Uhr - Internationales Zeitungsmuseum (Pontstraße 13)
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Freitag, 13. Februar

Wassermann-Festival im Autonomen Zentrum
Ein 2-tägiges Rockfestival
Am klassischen Unglückstag und am Tag der Verliebten: Wassermänner und Wasserfrauen feiern mit Freunden eine dicke Geburtstagsparty. Am Freitag wird warm gefeiert und am Samstag kommen folgende Bands:


FAHRLÄSSIG * www.myspace.com/fahrlaessig
BARNACLE BOYS * www.myspace.com/barnacleboyshersbruck
MY TERROR * www.myterror.de
KOPFKINO * www.kopfkino.eu
FEUERWASSER * www.feuerwasserpunk.com
LEIHAUS * www.myspace.com/leihhaus
NEVERENDING * www.myspace.com/neverendinggrunge
SPIELMANNSZUG ROTHE ERDE
NELSON CANUMA
RIPPCHEN MIT KRAUT

Freitag und Samstag, jeweil 20:00 im Autonomen Zentrum
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Samstag, 14. Februar

Die Cremeschnitten": "Improviationstheater" - "Tisch gedeckt...oder was?
Improvisationstheater nach „Tischlein deck dich“.

Was ist los in der Wäscherei Schneider in der Jakobstraße? Seit einiger Zeit hat Gabriele den kompletten Betrieb von ihrer Mutter Anni Plum übernommen, ihr Mann Egon – ein heimlicher Filou mit Schwäche für die kurenden Damen aus den Kurparkterrassen – hilft beim Ausfahren der Wäsche und „betreut“ die Kundinnen mit seinem „Wiener Schmäh“. Aber der Betrieb kommt nicht richtig auf die Beine, die Konkurrenz ist beinhart. Auch Tochter Nicole, gelernte, aber arbeitslose Kinderpflegerin hat nicht den Biss, ihre Leute durch zu bringen... Aber Hauptsache, die Familie hält zusammen! Oder vielleicht doch nicht? Welche Rolle spielt eigentlich Erbtante Margot du Chèvremont? Wieder haben die Crèmeschnitten ein Grimm'sches Märchen in die heutige Zeit und in unsere Stadt transponiert. Frei improvisierte Texte schaffen eine einmalige Aufführung, die Ihnen hoffentlich ebenso viel Spaß bereiten wird, wie die Darsteller bei den Proben (und auch bei der Aufführung) hatten.

20:00 im Theater 99 (Gasborn 9-11)
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Sonntag, 15. Februar

Wenn Ihr lieber nicht zur Aachener Strunxsitzung gehen wollt, dann haben wir einen anderen karnevalsfreien Tipps für Euch:

Ausstellungseröffnung: Christiane Peters und Hubert Steins - "Farb- und Klangfelder"
Die minimalistische Ausstellung ‚Subtilitas’ zeigt Bilder von Christine Peters sowie eine Klanginstallation und Portraitserie von Hubert Steins.

Die Bilder von Christine Peters sind in ihrem Farb- und Lichtspiel von den vielfältigen Färbungen des Himmels inspiriert. Reduziert auf eine klare Formensprache eröffnen die Bilder Räume einer sphärischen Tiefe und Offenheit.

Die Installationen ‚Schallschwimmer’ von Hubert Steins vereint Objekt- und Klangkunst.
Aufnahmen von Wassergeräuschen zerlegt der Künstler in Fragmente und setzt diese zu kunstvoll-synthetischen Klangsequenzen zusammen. Seine Portraitreihe zeigt Antlitze berühmter Komponisten und Künstler, die sich mit Reduktion und Subtraktion in Kunst und Musik befassen.

Auf spannende Weise ergänzen sich beide künstlerischen Positionen zu einer Rauminstallation von beeindruckender Subtilität.

weitere Infos zu den Künstlern unter:

www.christine-peters.info
www.hubert-steins.de

12:00 im Atelierhaus Aachen e. V. (Süsterfeldstraße 99)

Montag, 2. Februar 2009

Franfurter Rundschau übersetzt bisher unveröffentlichtes Essay von Mark Twain

Sie heißt Redefreiheit „Das Privileg der Toten“ und wurde von der Frankfurter Rundschau ins Deutsche übersetzt Viele Sachen von Mark Twain werden so nach und nach veröffentlicht. Wie du vorhin schon erwähntest sind seine beiden bekanntesten Bücher ‚Tom Sawyer’ und ‚Huckleberry Finn’. Sogar diese sind zum Teil noch nicht komplett veröffentlicht worden. Auch im Buch “Leben auf dem Mississippi“ fehlen noch Zeilen,Und ebenso ist das auch bei dem Essay ‚Das Privileg der Toten’ der Fall.

Man kann nicht genau sagen wo die Werke bisher begraben waren, aber ab April möchte Robert Hirst, der Leiter des Mark – Twain - Projekts, eine Sammlung unveröffentlichter Schriften unter dem Titel „Who is Mark Twain“ erscheinen lassen Das Projekt findet an der Universität Berkeley statt. Damit wir die unveröffentlichten Sachen dann auch auf Deutsch genießen können, ist es wichtig, dass sich Agenturen finden, die die Texte übersetzen, so wie es bei ‚Das Privileg der Toten’ die Frankfurter Rundschau getan hat. Ganz allgemein geht es um die Rede – und Meinungsfreiheit. Der amerikanische Schriftsteller kommt zum Ergebnis, dass diejenigen, die ihre Meinung frei äußerten, oft Nachteile im Leben in Kauf nehmen müssten. Zitat von Mark Twain: «Die freie Meinungsäußerung ist formal erlaubt, aber in der Praxis verboten. Rede- und Meinungsfreiheit würden gemeinhin als kriminelle Handlungen erachtet und von allen zivilisierten Völkern zutiefst verabscheut», schreibt Twain.

‚Privileg der Toten’ heißt so, weil die Redefreiheit das Privileg der Toten sei. Deshalb könne eine unpopuläre Meinung auch teuer werden. Twain meinte selbst mal:. «Manchmal staut sich so viel in mir auf, dass ich nicht anders kann, als zur Feder zu greifen und meine Gedanken und Gefühle zu Papier zu bringen, bevor sie mich ersticken, und dann war all die Tinte und Anstrengung vergebens, weil ich das Ergebnis nicht drucken lassen kann.» Mark Twain will mit diesem Werk natürlich jeden einzelnen erreichen und zum nachdenken bringen, weil er ein Gesetz über das Funktionieren von Öffentlichkeit formuliert. Die Behauptung, die Redefreiheit sei das Privileg der Toten, wird dabei mit Witz erzählt. Seine Erzählung bleibt daher im gewohnt spöttischem Tonfall, jedoch nicht ohne Ernst.

von Maria Schröder




Kulturtipps

Dienstag
Maastricht, Filmtheater Lumiere ‚Religulous’ 19.30 Uhr

Es stellt sich bei diesem Stück die Frage: Wie denken die Betreiber einer Trucker-Kapelle oder eines Themenparks mit dem ehrwürdigen Namen „Holy Land“ über Religion? Und :Was bewegt einen muslimischen Musiker zu seinen Hass-Predigten gegen Juden? Und gibt es tatsächlich noch Glaubensskeptiker im wohl katholischsten Land der Welt, dem Vatikan? Der amerikanische Regisseur Larry Charles, bekannt durch „Borat“, hat religiöse Organisationen weltweit unter die Lupe genommen. In dem gelungenen Stück werden Religionskonzepte kritisch-humorvoll aufs Korn genommen.
Religulous im Filmtheater Maastricht um 19.30Uhr

Mittwoch
Kulturhaus Barockfabrik

Das Kulturhaus Barockfabrik bietet vielfältige Kurse in den Bereichen Tanz, Theater, Musik, Bildende Kunst, Spiel und Sprache und wird von professionellen Dozenten und Dozentinnen geleitet. Im Rahmen der kulturpädagogischen Arbeit gibt es neben diversen Projekten für Schüler und Lehrer auch themenorientierte, spartenübergreifende Aktionen. Ebenso werden interaktive Ausstellungen präsentiert. Am Mittwoch findet ein sogenannter offener Autorentreff statt,. Der Eintritt ist frei und bietet als Ort der Vermittlung kulturelle Bildung und Förderung von Kreativität. Wer also Interesse an Literatur hat, sollte das auf keinen Fall verpassen. Offener Autorentreff ab 20Uhr im Kulterhaus Barockfabrik


Donnerstag
La cuisine du poete 19Uhr Couven Museum

Man bezeichnet ihn als einen der größten Gourmets der Weltliteratur – Im Couven Museum gibt es beides Literatur und feierliches Diner. Romanistin Angelica Rieger konzipierte eine zweisprachige Lesung, die von Schauspieler Karl Walter Sprungala in Szene gesetzt wird. Und als Krönung wird dazu noch gekocht. Ein Balzac-Vier-Gänge-Dinner. Alles zusammen steht unter dem Titel „La cuisine du Poète – le bel appetit de Monsieur de Balzac“.
Leider ist das Stück nicht ganz so billig, aber für 85 Euro wird das ein wirklich unterhaltsamer Abend

Samstag
Popstadl In Vaals ab 22Uhr

Popstadl heißt bis in die frühen Morgenstunden tanzen. Am Samstag ist es wieder soweit. Popstadl, diesmal veranstaltet im Fraiche in Vaals, liefert für alle Freunde alternativer Popmusik, wieder die angesagtesten Djs. Das Beste aus Beat – Britpop – Indie – New Wave – Punk und Rock’n’Roll wird geboten. Ende Februar gibt es Popstadl dann wieder in Aachen. Aber diesen Freitag in Vaals, im Fraiche ab 22Uhr

von Maria Schröder


Buchtipps der Woche

Süße, Süße Miezen, darum geht es in "Schmitz` Katze". Hunde haben Herrchen, Katzen haben Personal. In seinem aktuellen Buch geht Ralph Schmitz den Katzenproblemen des Alltags auf den Grund. Was tun, wenn die Katze aufs Klo muss, sich den Magen verrenkt, in die Pubertät kommt, das Liebesleben stört oder gar unter Alzheimer leidet? Wer eine Katze hat, braucht keine Freundin, Frau und schon gar keine Kinder. In seiner 23-jährigen Beziehung zu seiner Mieze hat Ralph Schmitz viele witzige Anekdoten, hilfreiche Tipps und witzige Gags für Katzenfreunde und solche, die es nicht sind, gesammelt.

Schmitz` Katze. Fischer. 8,95 Euro

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Man macht sich schon so seine Gedanken um die heutige Jugend. Wenn Kevin glaubt, der Dreisatz sei eine Olympische Disziplin, Latoya die drei skandinavischen Länder mit Schweden, Holland und Nordpol benennt und Tamara-Michelle den Bundestag für einen Feiertag hält, dann sieht es düster aus. Schließlich sollen diese Kinder mal die Mütter, Väter oder Bundeskanzler von morgen werden. Wie schlimm es wirklich ist, wissen Anne Weiss und Stefan Bonner.

Anne Weiss, Stefan Bonner: Generation Doof. Bastei-Lübbe. 8,95 Euro.

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Das Karma, der Versuch Gutes zu sammeln und Schlechtes zu vermeiden, bestimmt so manches Leben. Man stelle sich die junge erfolgreiche Moderatorin Kim Lange vor. Sie bekommt endlich den lang ersehnten deutschen Fernsehpreis. Doch nur kurz währt das Glück und der Ruhm, denn sie wird noch am gleichen Abend von Trümmern einer russischen Raumstation erschlagen. Die Gewissheit kommt dan im Jenseits, als sie erfährt, dass sie zu viel schlechtes Karma gesammelt hat. Sie wird als Ameise wiedergeboren und jetzt muss absolut gutes Karma her, damit es die Evolutionsleiter wieder bergauf geht. Ob sie es schafft, könnt Ihr im Roman von David Safier erschmökern.

David Safier . Mieses Karma. rororo. 8,95 Euro