Schaut doch am Dienstag mal in der Galerie Artikel 5 vorbei. Dort läuft zurzeit die Ausstellung Maskerade – nichts ist wie es ist. Zu sehen sind Bilder von den Künstlern Selvi Efe, Dorothea Flatau, Leona Gonsalves, Anett Hoffmann, Petra Ostré, Peter J.M. Schneider und Ela Schwartz. Die Galerie öffnet ab 11 Uhr. Maskerade – nichts ist wie ist am Dienstag, ab 11 Uhr.
Am Mittwoch könnt Ihr in die bunte Welt des Varieté eintauchen, und zwar im Jakobshof.
Das Programm heißt StageDiven!, das klingt doch schon mal vielversprechend.. Vertreterinnen der regionalen und der Berliner Kleinkunst- und Theaterszehne bieten ein freches und sexy Programm: Artistik, Visual Comedy, Tap´n´Comedy, Wortkunst. Moderiert wird die Show von BARTUSCHKA, die 2004 mit dem CABINET-Preis in der Sparte Comedy und 2007 mit dem 2. Platz beim Emmendinger Kleinkunstpreis ausgezeichnet wurde. Neben einer animierten Gesichtsmuskulatur können sympathische Gäste am Ende des Abends mit etwas Glück einen echten Kuchen oder andere Belohnungen mit nach Hause mitnehmen. Nicht nur was für Trägerinnen des X-Chromosoms ist die All- Women- Show - For- Both- Sexes. Am Mittwoch um acht Uhr im Jakobshof.
Am Donnerstag könnt Ihr Euch wohligen Klängen klassicher Musik hingeben. In der Klangbrücke findet ein Konzert statt: Um das Wesen der Freiheit ... Dieses Wesen wird ergründet von Petra Weltheroth, am Kontrabass Manni Hilgers. Lasst Euch überraschen. Am Donnerstag um halb acht in der Klangbrücke im alten Kurhaus.
Im Mörgens gibt’s am Freitag Abend das Stück Hikikomori. Hikikomori ist ein japanisches Phänomen und beschreibt Leute, die sich komplett von der Außenwelt abkapseln. In dem Stück Hikikomori verweigert H. seit acht Jahren direkten menschlichen Kontakt. H. verbarrikadiert sich in seinem Zimmer und der einzige Kontakt zur Außenwelt ist sein Computer. Im Netz lernt H. Rosebaud kennen und auf einmal bietet sich ihm die Möglichkeit sein isoliertes Dasein zu verlassen. Doch will H. Das eingentlich? Denn Isolation bedeutet auch gleichzeitig Schutz. Hikikomori am Freitag Abend, um 20 Uhr, im Mörgens.
Samstag könnte es kuschelig werden, wenn Ihr wollt und in die Raststätte geht: dort spielen die Binoculers aus Hamburg und Annalena Bludau aus Bremen. Das ist Singer/Songwriter, Folk, Pop. Annalena Bludau, das sind übrigens zwei Damen, versteht es, mit ihrer Gitarre und Stimme zu verzaubern und Raum und Zeit im Tausch für ein paar intime Momente vergessen zu machen. Die bieden und Binoculers am Samstag um acht Uhr in der Raststätte in der Lothringer Straße.
Nicht nur etwas für dunkle Gemüter: ein bisschen Mystik schadet niemanden. Und ein Meister des mystischen Grusels und Horrors ist Edgar Allen Poe. Zum 200. Geburts- und gleichzeitig 160. Todesjahr des Schriftstellers präsentiert das Theater K: 200 Jahhhhre – lebendig begraben. Mona Creutzer und drei weitere Schauspieler stellen die Geschichten des Großmeisters der Phantastik szenisch dar und verweben sie miteinander, manchmal scheinbar unlogisch, verwirrend – wie in einem Traum. Im Gesamtbild sind sie jedoch stets verbunden durch die Motive der Poe’schen Symbolik, wie der "Antriebskraft der schwarzen Seele". Also auf zur Gänsehaut am Sonntag um acht Uhr im Theater K an der Bastei.
Montag, 30. März 2009
Der große Virtuose Jacob Backer zu Gast im Suermondt Ludwig Museum
Gerade noch in Amsterdam, jetzt bei uns in Aachen: Das Suermondt Ludwig Museum zeigt Bilder des Malers Jacob Backer. Der große Virtuose – Jacob Backer (1608/1609 – 1651) heißt die Ausstellung und es werden ausnahmslos Spitzenstücke von Backer gezeigt. Viele Bilder darf die Öffentlichkeit zum ersten Mal sehen. Der Ausstellung gingen jahrelange Forschungen zu Backers Gesamtwerk voraus und das Endergebnis ist eine abgerundete und informative Sache.
Backer ist leider ein vergessenes Talent, denn im 17. Jahrhundert war er einer der bekanntesten Porträtmaler und hat auch richtig Kohle mit seiner Malerei gemacht. Backer war also schon zu Lebzeiten berühmt und teilte nicht das Schicksal vieler seiner Malerkollegen, deren Kunst erst Jahrzehnte nach ihrem Tod anerkannt wird. Nach seinem Tod geriet Backer aber in Vergessenheit und die Bedeutung seiner Malerei musste erst wieder entdeckt werden.
Jacob Backer gilt als Wegbereiter des Amsterdamer Klassizismus. Seine Bilder ähneln denen von Rembrandt. Backer hat aber seinen Stil eigenständig entwickelt und war nicht der Schüler des zwei Jahre älteren Rembrandts, was öfters behauptet wird. Backers Bilder zeigen Frauenakte, Themen aus der Mythologie und der pastoralen Dichtung.
Privates weiß man kaum über Backer. Er hatte sein Leben der Kunst verschrieben. Als Backer elf Jahre alt war, zog seine Familie nach Amsterdam und dort kam er dann mit der Malerei in Berührung. Er blieb sein ganzes Leben unverheiratet und es gibt viel mehr Informationen über seine Malerei und wen er alles gemalt hat, als über Backer selbst. Zu seinen Auftraggebern zählte die Amsterdamer High Society des 17. Jahrhunderts. Backer porträtierte den Amsterdamer Bürgermeister Hasselear und sein Frau und so wichtige Leute wie den Befehlshaber der westindischen Kompanie Abraham de Visscher. Mit Mitte 40 starb Backer dann auf der Höhe seines Ruhms. Backer hinterließ keine Skandale, dafür aber eine Menge Bilder.
Diese Bilder von Jacob Backer könnt ihr euch zurzeit in der Ausstellung Der große Virtuose – Jacob Backer (1608/1609-1654) im Suermondt Ludwig Museum anschauen.
Backer ist leider ein vergessenes Talent, denn im 17. Jahrhundert war er einer der bekanntesten Porträtmaler und hat auch richtig Kohle mit seiner Malerei gemacht. Backer war also schon zu Lebzeiten berühmt und teilte nicht das Schicksal vieler seiner Malerkollegen, deren Kunst erst Jahrzehnte nach ihrem Tod anerkannt wird. Nach seinem Tod geriet Backer aber in Vergessenheit und die Bedeutung seiner Malerei musste erst wieder entdeckt werden.
Jacob Backer gilt als Wegbereiter des Amsterdamer Klassizismus. Seine Bilder ähneln denen von Rembrandt. Backer hat aber seinen Stil eigenständig entwickelt und war nicht der Schüler des zwei Jahre älteren Rembrandts, was öfters behauptet wird. Backers Bilder zeigen Frauenakte, Themen aus der Mythologie und der pastoralen Dichtung.
Privates weiß man kaum über Backer. Er hatte sein Leben der Kunst verschrieben. Als Backer elf Jahre alt war, zog seine Familie nach Amsterdam und dort kam er dann mit der Malerei in Berührung. Er blieb sein ganzes Leben unverheiratet und es gibt viel mehr Informationen über seine Malerei und wen er alles gemalt hat, als über Backer selbst. Zu seinen Auftraggebern zählte die Amsterdamer High Society des 17. Jahrhunderts. Backer porträtierte den Amsterdamer Bürgermeister Hasselear und sein Frau und so wichtige Leute wie den Befehlshaber der westindischen Kompanie Abraham de Visscher. Mit Mitte 40 starb Backer dann auf der Höhe seines Ruhms. Backer hinterließ keine Skandale, dafür aber eine Menge Bilder.
Diese Bilder von Jacob Backer könnt ihr euch zurzeit in der Ausstellung Der große Virtuose – Jacob Backer (1608/1609-1654) im Suermondt Ludwig Museum anschauen.
Montag, 2. März 2009
"Bitterfotze" von Maria Sveland

Dieses Buch tut weh, denn es trifft uns empfindlich in unserem bequemen Denken über die Gleichberechtigung und zeigt uns, wie naiv wir eigentlich sind. Und wir, damit sind Frauen und Männer gemeint. Vaterschaftsurlaub? Blödsinnn! Mutter sein und Karriere machen? Unmöglich! Maria Svelands Protagonistin Sara (verheiratet, junge Mutter und freiberufliche Journalistin) ärgert sich nicht mehr über launische und mürrische Frauen. Ist sie doch auf dem besten Wege selbst so ein bitterfotzige Frau zu werden. Bitter, von all den Ansprüchen an sich selbst und von den drei Rollen, die sie zu verkörpern hat. Bitter, weil Sara täglich erleben muss: Die Gleichberechtigung von Frau und Mann exestiert nicht. Die Ehe von Saras Eltern ist dafür das beste Beispiel. Nach außen hin mimten sie das Vorzeigeehepaar mit drei Kindern und Reihenhaus. Doch hinter den Kulissen herrschte die Ehehölle. Saras Mutter schmiss den Haushalt, brachte die Kinder mit dem Fahrrad bei Wind und Wetter in den Kindergarten oder die Schule, um sich dann bei ihrer Arbeit im Krankenhaus kaputt zu schuften. Der Vater glänzte durch Abwesenheit, sitzen vorm Fernseher und lauten Streitigkeiten mit seiner Frau. Angefangen bei dieser Rollenverteilung setzt sich Saras Erfahrung zum Thema Gleichberechtigung in ähnlicher Weise fort. Männer, die sich im Beruf mit nichts als heißer Luft und Ideenklau an die Spitze bringen; Medien, die allein die Frau und ihre Selbstsucht dafür verantwortlich machen, dass die Geburtenrate sinkt; die Gesellschaft, in der Diskriminierung und brutale Gewalt gegen Frauen toleriert wird. Zu ihrem Schrecken erkennt Sara aber auch, dass es vor allem die Frauen selbst sind, die die alte Rollenverteilung fördern und der Gleichberechtigung die kalte Schulter zeigen. Frauen, die den Männern rund um den Haushalt das Handeln und Denken abnehmen; Frauen, deren Kopf voll mit Dingen ist, um die sich der Mann genauso gut kümmern könnte und die zu bequem und zu gut erzogen sind, sich die gleichen Rechte wie die Männer herauszunehmen. Diesem Verhaltensmuster schwört Sara ab. Sie beansprucht für sich den nötigen Freiraum, haut für eine Woche in den sonnigen Süden ab und überlässt Mann und Kind für eine Woche sich selbst. Unmöglich, wie ihre Freunde und Familie finden. Unmöglich fanden es Freunde und Familie aber nicht, als Saras Mann sie kurz nach der Geburt ihres gemeinsamen Kindes wegen eines beruflichen Projekts gleich für ein paar Wochen alleine ließ. So sitzt Sara nun auf Teneriffa, genießt die Einsamkeit, die große Sehnsucht nach Mann und Kind, und fragt sich: Bin ich glücklich mit meinem Leben und lebe ich ein Leben wie ich es leben möchte? Die Antwort auf diese Frage muss sich jeder von uns selbst geben, doch müssen wir uns vor allem mit Maria Svelands unangenehmer Wahrheit über die vermeintliche Gleichberechtigung auseinander setzen, die sie uns radikal und schonungslos in Bitterfotze präsentiert. Klar und schnörkellos zeigt Sveland, mit welchen sozialen Rollenmustern wir wirklich leben und hinter was für Gleichberechtigungslügen wir uns verstecken. Weder Frauen noch Männer kommen dabei gut weg und manchmal muss man das Buch zur Seite legen, weil die darin entlarvte Wahrheit so schmerzhaft ist wie eine Ohrfeige. Das Schöne an Maria Svelands Buch ist aber, dass zwischen all der Wut und Heftigkeit auch leise Zwischentöne durchdringen, die zum Nachdenken anregen: Übers Kinderkriegen und das, was wirklich im Leben wichtig ist.
Bitterfotze von Maria Sveland ist absolut empfehlenswert und verrät euch mehr über den Stand der Gleichberechtigung in unserer Zeit als manche Gender Studies. Erschienen ist Bitterfotze als Taschenbuch im Verlag Kiepenheuer und Witsch und kostet ca. 8,95 €.
(Katinka Müller)
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