Montag, 22. Dezember 2008
Hinterhältige Weihnachten!
Ganz nach dem Motto unserer Buchtipps wünscht Euch das Kulturschockteam hinterhältige, kriminelle, romantische und gemütliche Weihnachten ... oder einfach Weihnachten, wie Ihr sie Euch wünscht! Und einen schönen Jahreswechsel! Bis im nächsten Jahr: die nächste Sendung ist am 5. Januar 2009
Kulturtipps
Wer beim Anblick von Gold in Ekstase versetzt wird, sollte Morgen um 12 Uhr das Couven-Museum besuchen. Dort wird zum 50jährigen Jubiläum ein Experiment gestartet und zwar wird in den Räumen des Erdgeschosses Gold von 1968 bis 2008 ausgestellt. Zunächst wurde die Ausstellung mit dem passenden Namen „Faszinosum Gold“ als einjährige Dauerausstellung konzipiert. Also Morgen um 12 Uhr im Couven-Museum!
Wie ihr ganz bestimmt schon mitbekommen habt, soll am heiligen Abend erneut ein Naziaufmarsch stattfinden. Wenn ihr dies genauso beschissen findet wie ich, dann zeigt euch solidarisch und unterstützt die Leute, die sich bereits um 9 Uhr am Hauptbahnhof treffen um den Aufmarsch zu blocken und zu stoppen. Ab 8.30 Uhr könnt ihr im Autonomen Zentrum Sandwiches und Heißgetränke erstehen, damit ihr nicht erfriert! Also am Mittwoch ab 9 Uhr am Hauptbahnhof!
Leute, die zwar mit Kirchgängen nichts anfangen können, aber dennoch zu Heiligabend ein paar besinnliche Momente verbringen wollen, können an Heiligabend um 22.30 Uhr die Citykirche aufuchen. Die Veranstaltung der anderen Art, mit dem Titel „Die stille Nacht der anderen Töne“, feiert Weihnachten nicht mit einer kirlichen Zeremonie, sondern bietet eine festliche Stunde mit guter Musik, bei der sich alles um die Weihnachtsgeschichte dreht. Im Anschluss an die circa einstündige Feier wird mit einem Glas Wein auf das Weihnachtsfest angestoßen. An Heiligabend um 22.30 Uhr in der Citykirche!
Am 2. Weihnachtstag könnt ihr erneut das Autonome Zentrum besuchen. Dort findet um 21 Uhr eine Videoreleaseparty statt. Zu sehen gibt es 100 Minuten lang Zuggrafittis aus Aachen, Bochum, Köln und dem Ruhrgebiet. Musikalisch wird euch 90er Jahre Rap, Funk, Original Breaks bis hin zu elektronischen Beats dargeboten. Also am Freitag ab 21 Uhr im Autonomen Zentrum!
Am Samstag ist der bestangezogene Liedermacher des Landes und König der verschmitzten Melancholie zurück in Aachen. Bernd Begemann ist außerdem Sänger, Schauspieler und Komiker- alles in allem Entertainer! Mit vielen Liedern und Anekdoten wird er das Publikum auf Trab halten. Bernd Begemann am Samstag um 20 Uhr im Jakobshof!
Wenn ihr etwas ganz Besonderes erleben wollt, dann kommt am Sonntag in die Heilig Kreuz Kirche. Dort werden die New York Gospel Stars auftreten. Einige dieser weltbekannten Gospelsänger haben bereits mit Weltstars wie z.b. Aretha Franklin oder Stevie Wonder zusammengearbeitet. In ihrem zweistündigen Programm hauen sie hits wie „Oh Happy Day“, „Whole World in his Hands“ und „Kumbaya“ raus. Holt euch die Lebensfreude am Sonntag um 19 Uhr in der Heilig Kreuz Kirche!
Buchvorstellungen
Der Diogenes Verlag hat extra für Menschen, die Weihnachten nicht gerade als Vergnügen empfinden eine Sammlung unterhaltsamer krimineller Geschichten herausgegeben. Bei Ingrid Noll ist z.B ein Schlosshotel der Schauplatz einer der bösen Erzählungen. P.D. James erzählt von Morden unter dem Mistelzweig und bei Arthur Conan Doyle dreht sich alles um einen blauen Karfunkel, den Sherlock Holmes und Dr. Watson mit ihrem berüchtigten Spürsinn im Weinachtsbraten wiederfinden.
O du Schreckliche... Kriminelle Weihnachtgeschichten erschienen im Diogenes Verlag Zürich, 242 Seiten für 9,90 Euro
Menschen, die romantische Weihnachtsgeschichten favorisieren, können sich in „Alle Jahre wieder“ mit einer illustren Mischung namhafter Autoren und Dichter vergnügen. Angefangen bei Johann Wolfgang von Goethe über Hans Christian Andersen und Joseph Eichendorff bis hin zu Truman Capote und Astrid Lindgren. Viele dieser Geschichten sind zwar schon bekannt, jedoch macht es immer wieder Spaß z.B. Weihnachten mit den Buddenbrooks oder auf Birkenlund zu verbringen.
Alle Jahre wieder Romantische Weihnachtsgeschichten erschienen ebenfalls im Diogenes Verlag Zürich 298 Seiten für 8,90 Euro
In den „Lametta“-Bänden lassen sich unter anderem Heinrich Böll, John Irving, Doris Dörrie, Erich Kästner, Loriot oder Elke Heidenreich hinterhältig über Gebräuche und Sitten, über Festtagserfahrungen und -verfehlungen aus. Die Bücher heißen „Früher war mehr Lametta“, Früher war noch mehr Lametta“ und „Früher war noch viel mehr Lametta“. Jedes dieser Bücher stellt eine köstliche Lektüre dar.
Früher war mehr Lametta - Hinterhältige Weihnachtsgeschichten Diogenes Verlag Zürich 344 Seiten für 9,90 Euro
Früher war viel mehr Lametta – Hinterhältige Weihnachtsgeschichten 294 Seiten ebenfalls für 9,90 Euro
Früher war noch viel mehr Lametta 306 Seiten, 9,90 Euro
Wenn ihr euch über das schillernde Leben des Ziggy Stardust, bzw. David Bowie informieren wollt, dann besorgt euch das Buch: Helden. David Bowie und Berlin, erschienen bei Rogner & Bernhard bei Zweitausendeins. 220 Seiten bekommt ihr für 19,90 Euro. Der Autor ist übrigens Tobias Rüther.
Der schillernde Rockstar («Ziggy Stardust») wollte in den 70er Jahren seiner gefährlichen Drogen-«Sympathie für den Teufel» in Los Angeles entkommen und entdeckte Berlin als Stadt der Legenden über die «wilden 20er Jahre», aber auch der bizarren Gegenwart vom Leben mit der Mauer und dem hemmungslosen Treiben in den Clubs im damaligen West-Berlin, wo sich Bowie auch mit Travestiestars wie Romy Haag anfreundete. Auch die Expressionisten im Brücke-Museum ziehen Bowie, der eigentlich Maler werden wollte und in Berlin auch weiter daran arbeiten wird, immer wieder an, solange er dort lebt. So verkehrt Bowie auch in Martin Kippenbergers Kreuzberger Club «SO 36».
Montag, 15. Dezember 2008
Theater mal anders
Terror. Revolte. Glück. Drei von Grund auf verschiedene Gemütszustände, die jedoch mehr gemein haben als es auf den ersten Blick scheint. Diesen Titel: Terror. Revolte. Glück trägt die neue Musik-Theater-Installation im Großen Haus des Theater Aachen. Es ist kein einfaches Stück bei dem man einfach ruhig sitzen bleibt und dass man einfach auf sich einrieseln lassen kann. Man wird gefordert, u.a. in dem man ab und an sein Popöchen lüften muss um die Station zu wechseln, aber auch der Inhalt ist nicht ganz ohne. Er ist ansträngend und geht dem ein oder anderen an die Nieren.
Bei dieser Installation sitzt man nicht wie gewohnt im Theater und hat die Bühne vor sich, das Publikum arbeitet, in Gruppen eingeteilt, die Stationen Meer, Terror und Revolte ab. Bei der Station Meer, lernt man das Theater von einer ungewohnten Seite kennen. Man sitzt auf der Bühne und guckt in den , in blau gefluteten Zuschauerraum. Der Terror findet in der Kammer Statt und die Revolte beginnt im Treppenhaus und endet in einem Käfig im Foyer. Erst zum Schluss, für das Glück sitzt das Publikum vereint vor der Bühne.
Terror. Revolte. Glück ist nach den Werken von Albert Camus, und so dominieren auch die Themen die Camus bewegt haben. Das ist keine leichte Kost. Es geht um den Tod, so stirbt auch in jedem Teil der Inszenierung jemand. Aber auch das Streben nach Glück kommt vor, ein mageres Glück meiner Meinung nach, und dass sich auch nur über die Bejahung der eigenen vom Tod begrenzten Existenz erschließen lässt. Die Natur manifestiert bei Camus immer in perfekter Balance und der Terror. Es geht um politischen Terror insbesondere in Algerien und um die Frage inwiefern der Mensch sich gegen die etablierten Normen aufstellen kann.
Ich habe ein sehr ambitioniertes Projekt erlebt, das sicher nicht jedem gefällt, was mich aber sehr beeindruckt hat. Es wurde gut gesungen. Die Installation schafft eine Atmosphäre die mich in eine befremdliche Welt aus einer vergangenen Zeit eingesogen hat. Die Bühnenbilder und Kostüme stimmen und auch die Details stimmen. Man bekommt hier von allem viel geboten und manchmal auch alles gleichzeitig. Es ist experimentell, anstrengend und sehr schön. Da gehe ich gerne nochmal rein.
Bei dieser Installation sitzt man nicht wie gewohnt im Theater und hat die Bühne vor sich, das Publikum arbeitet, in Gruppen eingeteilt, die Stationen Meer, Terror und Revolte ab. Bei der Station Meer, lernt man das Theater von einer ungewohnten Seite kennen. Man sitzt auf der Bühne und guckt in den , in blau gefluteten Zuschauerraum. Der Terror findet in der Kammer Statt und die Revolte beginnt im Treppenhaus und endet in einem Käfig im Foyer. Erst zum Schluss, für das Glück sitzt das Publikum vereint vor der Bühne.
Terror. Revolte. Glück ist nach den Werken von Albert Camus, und so dominieren auch die Themen die Camus bewegt haben. Das ist keine leichte Kost. Es geht um den Tod, so stirbt auch in jedem Teil der Inszenierung jemand. Aber auch das Streben nach Glück kommt vor, ein mageres Glück meiner Meinung nach, und dass sich auch nur über die Bejahung der eigenen vom Tod begrenzten Existenz erschließen lässt. Die Natur manifestiert bei Camus immer in perfekter Balance und der Terror. Es geht um politischen Terror insbesondere in Algerien und um die Frage inwiefern der Mensch sich gegen die etablierten Normen aufstellen kann.
Ich habe ein sehr ambitioniertes Projekt erlebt, das sicher nicht jedem gefällt, was mich aber sehr beeindruckt hat. Es wurde gut gesungen. Die Installation schafft eine Atmosphäre die mich in eine befremdliche Welt aus einer vergangenen Zeit eingesogen hat. Die Bühnenbilder und Kostüme stimmen und auch die Details stimmen. Man bekommt hier von allem viel geboten und manchmal auch alles gleichzeitig. Es ist experimentell, anstrengend und sehr schön. Da gehe ich gerne nochmal rein.
Wenn ihr heute Abend ein Konzert erleben wollt, das echten Performance-Charakter besitzt, dann solltet ihr um 20 Uhr ins Dumont kommen. Dort wird heute die Band Art of Oryx spielen. Der Sound der Band ist kunterbunt. Ihr könnt euch auf Jazzeinflüße, afrikanische Polyrhtymen und avantgardistische Sprechtheater-Arbeiten der 80´er Jahre gefasst machen. Also, hinkommen und miterleben.
Morgen Abend könnt ihr euch an einer neuen Theater-Premiere erfreuen. Um 20 Uhr wird im Theater K das Stück „Insomnia“ von George Tabori aufgeführt. Das Stück handelt von einer schlaflosen Nacht. Die Geschichte zeigt ein umfassendes Portrait unserer Zeit – Sehnsüchte und Ängste, zwei Menschen zwischen Ablehnung und Zuneigung.
Am Mittwoch Abend wird in der Promenadenstraße der rote Teppich ausgerollt. Unter dem Motto „Night of the Prom“ startet um 20 Uhr das schmucke Straßenfest. In Läden wie unter anderem dem Club New Water, Quo vadis, Justus K. und dem Hauptquartier dürft ihr Fingerfood, Performances und DJ-Sets vom Feinsten genießen.
Musikalisch interessierte Menschen kommen am Donnerstag um 20 Uhr im Theater K auf ihre Kosten. Dort stellen Manni Leuchter und Ian Melrose ihre CD vor. Die beiden Musiker kreieren gemeinsam neuartige musikalische Fusionen. Eine Mischung aus arabisch einschlägigem Jazz und Folk aus dem keltischen Bereich werden dabei kombiniert. Im Anschluss an das Konzert könnt ihr auf der Party weiterfeiern.
Am Freitag wird eine neue Ausstellung eröffnet mit dem Titel „Mustergültig-Gemäldekopien in neuem Licht“. Anlässlich ihres hundertjährigen Bestehens ist die Reiff-Sammlung zu Gast im Suermondt-Ludwig-Museum und zwar um 19 Uhr. Noch bis zum 22. März dürft ihr Originalkopien von namhaften Künstlern wie Raffael, Rembrandt, Tizian oder Dürer bestaunen.
Am Samstag lädt ab 20.30 Uhr das Aachener Elektro-Label Elektro Willi und Sohn zu Party, Konzert und Lesung mit dem Suhrkamp Autor Guy Helminger ein. Musikalisch werden euch die Band Holz und Charles Trancepur einheitzen, dessen neues Album übrigens ganz bald erscheint. Statt findet die umfassende Weihnachtsveranstaltung im Franz.
Ernst von Modul 8 und Christoph von Sic!, die übrigens eben in unserer Sendung waren, haben euch einen Buchtipp hinterlassen:Neubuch. Neue junge Lyrik, Hrsg. von Ron Winkler, München: yedermann Verlag, 2008. www.yedermann.de
Am Sonntag könnt ihr im Dumont das Wochenende ausklingen lassen. Um 20 Uhr spielen dort die Bands Ringo und Arctic Fishing. Einen Spezialgast gibt es auch und zwar den Weihnachtsmann. Bei herzerwärmenden Liedern könnt ihr euch schon ein paar Tage vorher auf die Weihnachtstage einstimmen.
And the winner is: Amos Oz
Der israelische Autor Amos Oz bekam am Sonntag den Heinrich Heine Preis der Stadt Düsseldorf verliehen. Er wurde zum diesjährigen Preisträger auserkoren, weil er in seinem Werk literarische Kreativität, politische Sensibilität und humanistisches Engagement vereint. Die Stadt Düsseldorf verleiht den Heinrich Heine Preis an Persönlichkeiten, die sich im Sinne von Heine für Völkerverständigung und Toleranz einsetzen. Preisträger müssen also nicht unweigerlich Autoren sein.
Der 69-jährige Amos Oz ist dafür bekannt, dass er sich nicht nur in seinen Werken politisch kritisch äußert. Er genießt als international anerkannter Autor eine große Popularität und einen großen Einfluss. Amos Oz Werke werden auf der ganzen Welt gelesen und somit wird auch die israelische Kultur und Lebensweise weltweit transportiert. Amos Oz weiß um seine wichtige Stellung und nutzt seine Position, um auch mal zu sagen, was in Israel nicht so gut läuft. So kritisiert Amos Oz die Siedlungspolitik Israels und tritt für die Rechte der Palästinenser ein.
Es ist eigentlich verwunderlich, dass das Leben von Amos Oz noch nicht verfilmt wurde. Gebürtig hieß Amos Oz Amos Klaußner. Als sich seine Mutter, eine Palästinenserin, 1954 das Leben nimmt, geht er in den Kibbuz Chulda. Dort nimmt er dann seinen heutigen Namen Oz an. Amos Oz studiert Literatur, nimmt am Sechstagekrieg und am Jom-Kippur-Krieg teil, arbeitet als Journalist und schlägt dann doch die Laufbahn eines Professors ein. Während dem Studium beginnt Amos Oz dann zu schreiben und macht seine Leidenschaft später zum Beruf.
Das bekannteste von Amos Oz Büchern ist Black Box. In Black Box geht es auf beklemmende Weise um das Alltagsleben in Israel im Zeichen von Fanatismus und Gewalt. Das neueste Buch von Amos Oz heißt Verse auf Leben und Tod. Ausgangspunkt der Handlung ist die Lesung eines Autors an einem stickigen Sommerabend in Tel Aviv und aus dieser Autorenlesung entwickelt sich ein täuschendes Wechselspiel zwischen Fiktion und Wirklichkeit.
Die Bücher von Amos Oz sind im Claassen Verlag, Insel Verlag und Suhrkamp Verlag erschienen.
Mittwoch, 3. Dezember 2008
Hochschulradio Aachen - Subkulturwinter am 05.12.2008 um 20 Uhr im Mörgens
Augen zu und Ohren gespitzt! Das Hochschulradio Aachen läd euch in der kalten, dunklen Nikolausnacht ins Mörgens ein. Feiert mit uns den Subkulturwinter! Euch erwartet eine Märchenstunde der anderen Art: Wir Moderatoren vom Hochschulradio, aber auch Schauspieler vom Theater Aachen und der Theatergruppe des Anglistischen Instituts der RWTH Aachen lesen euch bekannte, selbstgeschriebene, schaurige, makabre, lustige, absurde und romantische Geschichten vor. Unser Ziel: spannende Filme, die sich in euren Köpfen abspielen! Außerdem sorgen unsere Hochschulradio Aachen DJs für wohltuende Klänge, die euch ins Schwingen bringen. Feiert mit uns zu guten Stories und toller Musik in den Nikolaus herein. Am 05.12.2008 um 20 Uhr im Mörgens. Der Eintritt kostet 4 Euro.
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